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Gießen trotz Regen? Warum unsere Straßenbäume auch bei Regen und Gewitter Durst haben.
Nuthetal, den 10.07.2026
Der Sommer läuft zu Hochformen auf, und mit den heißen Tagen wächst auch der Durst – nicht nur bei uns, sondern besonders bei unseren Bäumen in der Gemeinde.
Vielleicht haben Sie sich in den letzten Tagen gewundert, als Sie jemanden sahen, der trotz eines heftigen Sommerregens oder nach einem Gewitter den Baum vor der Haustür gegossen hat. Macht das überhaupt Sinn? Die kurze Antwort lautet: Ja, absolut!
Warum ein kurzer Schauer für einen Baum oft nur ein „Tropfen auf den heißen Stein“ ist, möchten wir Ihnen hier kurz erklären:
Das „Regenschirm-Phänomen“
Wenn es im Sommer stürmt und gießt, kommt zwar viel Wasser vom Himmel, aber ein Großteil davon erreicht den Boden rund um den Stamm gar nicht. Das dichte Blätterdach wirkt wie ein riesiger Regenschirm. Das Wasser fängt sich in den Blättern und verdunstet oft direkt wieder, ohne den Wurzeln zugutezukommen.
Harte Böden blockieren das Wasser
Nach längeren Hitzeperioden ist die Erde extrem ausgetrocknet und steinhart. Wenn dann ein plötzlicher, heftiger Regen niedergeht, kann der Boden die großen Wassermengen so schnell gar nicht aufnehmen. Das Wasser fließt ungenutzt oberflächlich ab.
Bäume brauchen Tiefenfeuchte
Ein Baum trinkt nicht an der Oberfläche. Seine feinen Saugwurzeln liegen tiefer im Erdreich. Damit das Wasser dort ankommt, braucht es ein langsames, kontinuierliches Wässern, das tief in den Boden einsickert.
Am effektivsten helfen Sie einem Baum, indem Sie ihn ein- bis zweimal pro Woche durchdringend gießen (ca. 8–10 Eimer Wasser auf einmal), anstatt jeden Tag nur ein bisschen.
So hat das Wasser die Zeit, tief zu den Wurzeln vorzudringen. Am besten eignen sich die kühlen Morgen- und Abendstunden.
Unsere Bäume schenken uns an heißen Tagen Schatten, kühlen die Luft und verschönern unser Ortsbild. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass sie gut durch den Sommer kommen.
Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe.
Anika Herrmann
Fachbereich 3